Geschichte
Das Prinzip der Mechanik der Spieldosen reicht in seiner Geschichte
am weitesten zurück. Schon um 900 n.Chr. wurden erste Stiftwalzen
gebaut. Erst jedoch ein paar Jahrhunderte später stellte
man Glockenspieluhren her, und im Jahr 1796 erfand der Uhrmacher
Antoine Favre die Schweizer Spieldose mit einem Stahlkamm, der
gleichzeitig Tonabnehmer und Tonerzeuger war. |
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Polyphon
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1886 erfand Paul Lochmann die Lochplatten-Spieldose und ließ
sie noch im selben Jahr in den Symphonion-Musikwerken Leipzig-Gohlis
herstellen, was zu der in der Schweiz beheimateten Industrie für
Walzen-Spieldosen eine Konkurrenz bedeutete.
Weiterer Hersteller für Lochplatten-Spieldosen waren die Polyphon-
und Kalliope-Musikwerke aus Leipzig und in den USA ab 1892 die Regina
Music Box Company.
Technik
Eine Spieldose wird durch eine Spiralfeder angetrieben, die mit
einer Kurbel aufgezogen wird. Größere Geräte haben
einen Außenkantenantrieb, wobei das bestiftete Antriebsrad
in eine Lochperforierung an der Außenkante der Lochplatte
greift. Der Ton wird von einem Kamm aus vibrierenden Stahlzinken
erzeugt.
Die Lochplatten-Spieldose hat zwar einen Stimmkamm wie die Schweizer
Walzen-Spieldose, die Lochplatte reißt die Stahlzinken jedoch
nicht wie die Walze unmittelbar an. Es ist noch ein sog. Anreißrad
dazwischengeschaltet. Hier entfällt das mühsame Bestecken
der Walze mit Stiften. Das Stanzen der Lochplatten war wesentlich
einfacher und billiger, und man konnte sein Repertoire auf kostengünstige
Weise vergrößern.
BILDER
Von den Herstellern "Poliphon" und "Kalliope"
gibt es Modelle von der kleinen Spieldose, die man auf den Tisch
stellen kann - die Lochplatte liegt hier waagerecht - bis zu größeren
Vitrinen - mit aufrecht gestellter Lochplatte - und zu Orchstrien
in Schrankgröße.
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